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lebt eine Stimme, die mir ſagt, daß wir uns eines Tages glücklich, und auch in den Augen der Welt von aller Schuld gereinigt wiederſehen werden!“
Bis tief in die Nacht hinein ſaßen meine gute Mut⸗ ter und ich bei einander, und ich mußte ihr eine aus⸗ führliche Schilderung von allen Leiden und Kümmer⸗ niſſen machen, die ich im Schloſſe hatte ertragen müſſen. Ihr Mitleid, ihre innige Theilnahme that meinem Her⸗ zen wohl, und ich hätte wohl bis zum Morgen fortge⸗ plaudert, wenn ſie nicht endlich ſelbſt darauf gedrungen hätte, daß ich mein Lager aufſuchen ſolle. So ſchlum⸗ merte ich denn ein paar Stunden, und bei Tagesan⸗ bruch machte ich mich auf den Weg nach dem Dorfe, wo Baron Alfred mich abholen wollte. Herzlich und liebevoll war der Abſchied von meiner Mutter; ihren reichſten Segen gab ſie mir mit, und meine Thränen floſſen, als ich mich ihrer letzten Umarmung entriß. Mit flüchtigen Schritten eilte ich durch das Dorf; Niemand erblickte mich, Niemand wußte, welche Rich⸗ tung ich eingeſchlagen hatte. Spurlos verſchwand ich aus meiner Heimath.
Bald erreichte ich mein nächſtes Ziel, und kaum eine Stunde ſpäter erſchien Baron Alfred in einem
Wägelchen. Er ſaß allein darin— ich mußte einſtei⸗
gen, und in raſchem Trabe ging es der Stadt zu, wo wir noch vor Anbruch der Nacht ankamen. Die erſte Nacht ſchlief ich auf dem Sopha in dem Zimmer mei⸗ nes Beſchützers— am andern Morgen aber brachte er mich in das Haus eines redlichen Tiſchlers, bezahlte für mich Koſt und Wohnung, hinterließ noch eine kleine Summe Geldes zu Anſchaffung der nöthigm Bücher


