richtig zu Meiſter Spinnebein in die Lehre wandern, und nun war es vollends mit dem Studieren vorbei. Schon das allein kam mir bitter genug an, aber nun⸗
vollends das Sitzen auf dem Schneidertiſche, den ganzen
lieben Tag krumm gebückt, den ganzen lieben Tag mit Nadel und Zwirn beſchäftigt— das war für mich ge⸗ radezu zum Verzweifeln. Ich, von klein auf gewohnt, frei in Berg und Wald umherzuſtreifen, ich durfte mich nicht von der Stelle rühren, ſondern mußte ſticken und
flicken und immer einen Stich um ben andern machen, unnd dazu auch noch Scheltworte und Püffe ertragen,
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mit denen Meiſter Spinnebein lange nicht ſo karg wer, als mit dem Eſſen und Trinken. In ſchrecklicher Ein⸗ förmigkeit verging mir ſo ein Tag nach dem anderen, und wenn er vorüber war, dann hieß es,„marſch auf die Bodenkammer zu Bette,“ und ich durfte gar nicht daran denken, etwa noch ein Abendſtündchen ſtir. ich zu benutzen. Manche halbe Nacht habe ich danuls durchweint und die Kiſſen mit meinen Thränen benetzt. Denn Hülfe gab es für mich nicht— ich ſah Kummer voraus, daß ich der Schneider⸗Baſtel w bleiben müſſen mein ganzes Leben hindurch.
Wer hätte mich aus meinem Elend befreien können? Meine arme Mutter konnte es nicht, der Herr Schul⸗ meiſter auch nicht, überhaupt im ganzen Dorfe keiner
außer der Gutsherrſchaft, und die wollte nichts von mir
verging doch. Der Winter ſchwand dahin— der
armen Burſchen wiſſen. Alſo mußte ich mich in mein
trauriges Schickſal ergeben, ſo gut oder ſo ſchlecht es
eben gehen wollte, und ich kann euch verſichern, es ging
ſchlecht und trübſelig genug.
Indeß, ſo unglücklich ich mich auch fühlte, die Zeit


