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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Sechstes Kapitel. Das ziemlich kurz ausfallen wird.

Nach der Rettung der braven Bergleute aus der Eliſabeth⸗Grube dachte man ernſtlich auch an das Einfangen des Böſewichtes, deſſen verabſcheuenswerthe Verbrecher⸗That die traurige Kataſtrophe herbeigeführt hatte. Man vermuthete, daß ſich Lorenz irgendwo in den benachbarten Wäldern verſteckt halte, und in Folge deſſen wurden dieſelben vielfach durchſucht. Aber keine Spur war von ihm zu entdecken, und kein menſchliches Auge hatte Lorenz wiedergeſehen, ſeit er das Waſſer des Baches in den Georgen⸗Schacht geleitet hatte. Man glaubte endlich, der Verbrecher habe ſich auf im⸗ mer aus dem Lande entfernt, wo er ſtets der Gefahr ausgeſetzt war, aufgegriffen und beſtraft zu werden; fein Andenken gerieth geradezu in Vergeſſenheit.

Nicht ſo wurde die gute Handlung der alten Frau Domann, nicht ſo die edle Aufopferung des Oberſtei⸗ gers Friedel und ſeines Sohnes Hans vergeſſen. Der Berghauptmann hatte einen Bericht über den ganzen Ungluͤcksfall an den Landesherrn abgeſchickt, und bald darauf kam eine Antwort aus dem fürſtkichen Kabinet, welche alle redlichen Herzen in Bornheim mit Freude und Beſriedigung erfüllte. Der Fürſt belobte mit war⸗ men anerkennenden Worten das aufopfernde und ſelbſt⸗ ſuchtloſe Benehmen Friedels und ſeines Sohnes, und verlieh Beiden die große goldene Rettungs⸗Medaille