ſten Leiter kommen. Wenn ſie die Leiter betreten ha⸗ ben, ziehen ſie an der Schnur, die neben der Kette her⸗ unter hängt, und oben an eine Glocke feſtgemacht iſt. Ein einziges Klingen iſt das Zeichen zum Niederlaſſen des Kübels, ein drei Mal wiederholtes Läuten iſt das Signal zum Aufziehen. Alſo vorwärts, Leute! Ihr habt mich doch verſtanden?«“
„Ja, Herr! Ja!“« toͤnte es durch einander, und fünf Männer ſtiegen ein.
Nach einer Stunde befanden ſich alle aus dem tie⸗ fen Grabe Geretteten in den Armen ihrer Lieben, und weinten und ſchluchzten vor Freude. Es war eine Scene, die ſich auszumalen wir dem freundlichen Leſer überlaſſen. Solche Freude und ſolches Glück nach ban⸗ gen Tagen fürchterlich ſchwerer Bekümmerniß war noch nicht erlebt worden im Dorfe, ſeit die Berg⸗Leute in den Kohlen⸗Gruben arbeiteten.
Von dem Schachte zogen alle Anweſenden in die Kirche, um Gott den Dank für die Rettung der zwan⸗ zig braven Männer zu bringen. Dann trennte man ſich für dieſen Tag. Jeder, der tief in der Erde ein⸗ geſchloſſen geweſen war, wurde von ſeinen Freunden und Angehoͤrigen in die Mitte genommen, und freude⸗ jauchzend und jubelnd in ſeine Wohnung geführt. Es gab kein Menſchenherz im Dorfe, das an dieſem Tage nicht freudiger und zugleich frommer gepocht hätte, als jemals im Leben vorher. Das der Mutter Do⸗ mann nicht zu vergeſſen. Wurde ſie doch von den Geretteten geprieſen und gefeiert, als ob die alte gute Frau leibhaftig ein Engel des lieben Gottes geweſen wäre!——
—


