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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Speiſe und Trank für wenigſtens noch einen vollen Tag!«

Die Männer wollten anfangs ihren Ohren nicht trauen; als aber der Oberſteiger den Brod⸗Laib erhob und das große Stück Fleiſch aus dem Korbe nahm, da brauſte Ein Ruf des Entzückens durch das mächtige Grab, und mit funkelnden Augen ſprangen ſie auf und drängten ſich ungeſtüm um Friedel herum.

Ruhig, Ihr Leute! ermahnte der Oberſteiger mit ſanftem Ernſte.Wir werden dieſe uns von Gott ge⸗ ſendete Speiſe rechtſchaffen unter einander theilen, und Keiner ſoll ſich über den Antheil eines Anderen bekla⸗ gen dürfen. Gebt alſo Raum, damit ich mein Meſſer gebrauchen kann!

Die Leute wichen zurück, aber mit wahrer Gier hafteten ihre Augen auf den koſtbaren Leckerbiſſen, welche Friedel mit äußerſter Gewiſſenhaftigkeit in zwan⸗ zig Theile zerſchnitt. Jede einzelne Portion halbirte er dann, damit der kleine Vorrath auf zwei Tage ausrei⸗ chen möchte.

Ihr ſeht die Nothwendigkeit dieſer Maßregel ein, meine wackeren Leute? ſagte er.Nicht wahr? Einen Tag gewinnen, iſt vielleicht unſer Leben gewinnen.

Die Männer ſtimmten ihm bei, und erhielten Jeder

ſeine Ration Brod und Fleiſch aus Friedels Hand. Sie prieſen Gott im Herzen, und verzehrten die Speiſe mit wahrhafter Andacht.. Und nun, meine wackeren Freunde, noch eine an⸗ dere kräftige Herzſtärkung, nahm Friedel von Neuem das Wort.Sehet, in dieſem Körbchen befindet ſich auch noch eine Flaſche Wein. Theilen wir auch von dieſem die Hälfte zwiſchen uns!