ſtall, und daß ich nicht weiß und nicht einmal zu ver⸗ muthen im Stande bin, wie das Ränzel auf meine Bo⸗ denkammer gekommen iſt.“
„Ich glaube dir das, Friedel,“ ſagte Winter, und trat aus der Menge vor, um den alten Freund mit der ganzen früheren Herzlichkeit zu begruͤßen.„Nur Wenige kann es hier unter uns geben, welche Zweifel an deiner vollkommenen Unſchuld hegen, wäre der Schein auch noch ſo ſehr gegen dich!«
„Nimm meinen Dank für dieſe tröſtenden Worte,“ erwiederte Friedel.„Ich hoffe, Gott wird Licht in dieſes Dunkel bringen, und es wird ſich ausweiſen, daß mein Herz rein iſt von Schuld. Einſtweilen muß ich mein Schickſal tragen, ſo gut es gehen will. Dich aber, Freund Winter, bitte ich, nimm dich, ſo lange ich gefangen gehalten werde, meiner armen Frau und meines Hanſel an. Sie vergehen faſt vor Schmerz und Kummer, obgleich ſie keinen Zweifel an meiner Schuldloſigkeit hegen. Willſt du ihnen Troſt zuſpre⸗ chen, und ihnen nothigenfalls als Freund und Beſchützer zur Seite ſtehen?« 5
„Ja, das will ich, das verſpreche ich dir,“ antwor⸗ tete Winter mit Herzlichkeit.„Ihretwegen kannſt du ganz ruhig ſein!“
3„Dann, mit Gott, vorwärts, Ihr guten Leute,“
* wandte ſich Friedel an die Gerichtsdiener.„Führt mich
in den Kerker, ich folge Euch willig, und ohne Wider⸗ ſtand!«
Bald ſchloſſen ſich die Thuͤren des Gefängniſſes hinter Friedel, und öffneten ſich ihm nur wieder, wenn er zum Verhöͤr vor den Kriminalrichter geführt wurde.
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