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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Die Unterſuchung dauerte mehrere Tage, und ſchien leider zu keinem guten Ende für Friedel zu führen. Er konnte nicht läugnen und läugnete auch nicht, daß er um die Zeit, wo das Verbrechen begangen wurde, ganz in der Nähe geweſen ſei, ja, er gab ſogar ſelber an, daß er mit dem Handwerksburſchen, der ihn nach der Richtung des Weges befragt hatte, einige Worte gewechſelt habe. Im Uebrigen betheuerte er nach wie vor ſeine Unſchuld, und ſein ganzes offenes und mann⸗ haftes Benehmen unterſtützte dieſe Behauptung.

Dennoch ſprach zu viel gegen ihn, als daß man auf ſeine Freiſprechung hätte hoffen dürfen. Der ſchlimmſte Zeuge war und blieb das Ränzel, welches der Handwerksburſche als das Seinige anerkannt hatte. Befragt, ob er den Angeklagten für ſchuldig halte, zuckte der junge Menſch die Achſeln, und gab zur Ant⸗ wort, er könne dies weder behaupten noch verneinen. Der Schlag, der ihn niedergeworfen, habe ihn wie ein Blitzſtrahl getroffen, und von jenem Moment an, bis zu dem Augenblicke, wo er ſich von ſeiner Ohnmacht erholt, könne er ſich auch gar nichts entſinnen oder erinnern.

Die Angelegenheit ſtand ſehr ſchlimm für den ar⸗ men Friedel, und er ſelber glaubte ſo wenig, als irgend ein Anderer, daß er frei geſprochen werden würde. Allgemein bedauerte und beklagte man ſein trauriges Schickſal, indem Niemand ſo recht von ſeiner Schuld überzeugt werden konnte, welche Indicien auch gegen ihn ſprechen mochten. Seine Frau und Hanſel vergoſ⸗ ſen zahlloſe Thränen, und wenn ſie ſich blicken ließen, ſah man ſie immer nur mit gerötheten, dick geſchwolle⸗ nen, verweinten Augen. Ihren Schmerz vermochte kein