halbe Stunde weit drüben am Ausgange der Kemper⸗ Schlucht.“
Ganz recht! Dorthin alſo geh', mein Söhnchen, und ſage dem Müller, ich, die alte Mutter Domann, ſchickte dich und ließe ihn bitten, daß er dir erlauben
moöge, durch ſeinen Garten nach der Kemper⸗Schlucht
zu gehen. Du wirſt wohl wiſſen, daß ſie des Müllees Eigenthum iſt, und daß es keinen anderen Zugang da⸗ hin gibt, als durch den Mühlgarten. Nun, der Muͤller wird dir die Erlaubniß geben, und dann ſteigſt du die Schlucht aufwärts, etwa zehn Minuten weit. Dann findeſt du rechts einen ſchmalen Pfad durch den Wald.
Den verfolgſt du, und nach weiteren fünf Minuten ge⸗
langſt du an einen Teich, neben welchem die Wieſe liegt, die ich meine,— eben ſo, wie die Hof⸗Wieſe, ſo recht mitten im Walde drin. Wenn du dort nicht die ſchönſten Schmetterlinge in Menge fängſt, wird es deine eigene Schuld ſein.“
„Schönen Dank, Mutter Domann, für Ihre Nach⸗ richt,“ ſagte Hans erfreut.„Nun will ich mich auch gleich nach der Müͤhle auf den Weg machen, damit es nicht zu ſpät wird,— heißt das, wenn Sie mich nicht mehr brauchen, Mütterchen, und mir keinen Auftrag weiter zu geben haben.“
„Nein, liebes Kind, geh' nur, und bekuͤmmere dich weiter nicht um mich,“ verſetzte die Frau.»Ich fühle mich wieder ganz kräftig, und kann ohne Sorge meinen Geſchäften nachgehen. Auf Wiederſehen, Hanſel, und Gluͤck auf zu deinem Fange! Adieu!“
„Adieu, Muͤtterchen! Adieu!“ rief Hans hinter ihr drein, denn ſchon hatte ſich Mutter Domann ganz rü⸗ ſtig erhoben und die Richtung nach dem nahen Walde


