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pflegte, und dort an den Apotheker verkaufte. Sie galt als eine grundehrliche, kreuzbrave Frau, und auch der Knabe kannte ſie als Solche, denn als er ſte erblickte, ging er ſtracks auf ſie zu, und reichte ihr zutraulich ſeine Hand.
„Grüß' Sie Gott, Mutter Domann,“ ſagte er freundlich,—„wie kommt es, daß Sie hier mutterſee⸗ lenallein neben der Straße ſitzen? Sind Sie müde ge⸗ worden und ruhen ein wenig aus?“
„Eigentlich müde nicht, Hanſel,« gab das alte Müt⸗ terchen zur Antwort,—»denn ich komme eben erſt vom Hauſe und wollte in den Wald gehen, Beeren zu ſuchen, da überkam mich auf einmal eine ſchreckliche Schwäche, ſo daß ich an allen Gliedern zitterte, und nicht weiter vom Flecke kommen konnte. Ich mußte mich hier niederſetzen, und mit dem Gange nach dem Walde wird es für heute wohl vorbei ſein. Ich habe den Heißhunger, Hanſel, und das iſt ein ſchlimmes Ding für eine ſo alte Frau, wie ich bin!“
„Den Heißhunger, Mütterchen? Da wollen wir geſchwind helfen, und ihn vertreiben,“ erwiederte Hans Friedel, und öffnete raſch den Deckel ſeiner Botaniſir⸗ trommel.„Da, Mutter Domann, mein Vesperbrod! Nehmen Sie und eſſen Sie! Ich hab' es noch nicht angerührt, und brauch' es auch nicht, denn ich habe heute tüchtig zu Mittag gegeſſen,— Speck mit Linſen, Mutter Domann, mein Leeblingsgericht. Eſſen Sie nur! So iſt's recht! Das Butterbrod wird den Heiß⸗ hunger bald in die Flucht ſchlagen!“
Das alte Mütterchen weigerte ſich nicht, die freund⸗ lich dargebotene Liebesgabe des Knaben anzunehmen, ſie
griff ſogar mit Begierde danach, und aß erſt einige 1
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