Druckschrift 
Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Beſcheid hier zu wiſſen, denn ohne langes Suchen fand er eine lange Leiter, welche in einer Ecke des Hofes ſtand, nahm ſie auf, und legte ſie an das Dach des Häuschens an. Nachdem er ſich vergewiſſert hatte, daß ſie feſt ſtand, ſtieg er auf den Sproſſen in die Höhe, kletterte auf das Dach, und verſchwand in einer offen ſtehenden Boden⸗Lucke.

Einige Minuten blieb er im Innern des Hauſes unter dem Dache. Als er wieder heraus, und die Lei⸗ ter herab ſtieg, hing das Ränzel, das er dem Hand⸗ werksburſchen abgenommen hatte, nicht mehr auf ſei⸗ nem Rücken.

Auf dem Erdboden wieder angekommen, ſtellte er die Leiter, behutſam jedes Geräuſch vermeidend, an ihren alten Platz, und ſchlug den Rückweg durch den Garten und über den Gartenzaun in's Freie ein. Ohne Unfall gelangte er dorthin, überzeugte ſich durch einen Blick, daß Frau Friedel und die beiden Knaben noch am Tiſche ſaßen, und eilte ſodann mit ſchnellen Schrit⸗ ten davon, indem er ſich ſchadenfroh die Hände rieb. Hundert Schritt vom Hauſe Friedels entfernt, ſchlug er ein hoͤhniſches Gelächter auf.

Gelungen!« murmelte er in ſich hinein;glück⸗

lich gelungen! Du biſt am längſten Oberſteiger ge⸗

weſen, Friedel, und nach ein paar Tagen wirſt du, mit Ketten an Händen und Füßen, im Zuchthauſe ſitzen. Glück auf, du Todtſchläger und Spitzbube! Und auch mir ſelber Glück auf, denn kein Anderer, als ich, kann der Nachfolger in ſeinem Poſten werden!

Er wendete ſich nach dieſen Worten der Dorfſchenke zu, trat mit ſeinem gewöhnlichen trotzigen Weſen hinein, und nahm, abſeits von den übrigen Gäſten, ſeinen