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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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eigene Taſche ſteckte. Hierauf nahm er dem immer noch beſinnungsloſen Burſchen auch ſeine goldene Uhr mit goldener Kette weg, und ließ ſie ebenfalls in ſeine Taſche gleiten. Zuletzt nahm er ihm den Nanzen ab, hing ihn auf ſeine eigene Schulter, und entfernte ſich dann, indem er das tiefſte Dickicht des Waldes auf⸗ ſuchte, dabei aber die Richtung nach dem heimathlichen Dorfe einſchlug, das er nach eingebrochener Dunkelheit erreichte. Was aus dem von ihm niedergeſchlagenen jungen Menſchen werden mochte, darum bekümmerte er ſich nicht im mindeſten. Er hatte ihn unter freiem Himmel liegen laſſen, wie ein Stück Holz.

Im Dorfe angekommen, ſchlug aber Lorenz nicht, wie man hätte erwarten ſollen, die Richtung nach ſei⸗ nem Häuschen ein, ſondern wendete ſich ſeitwärts, wo das Häuschen des Oberſteigers Friedel gelegen war. Nach wenigen Minuten hatte er es erreicht, und lugte durch die Scheiben in das Innere deſſelben.

Die Wohnſtube Friedels war hell erleuchtet, denn eine kleine Lampe ſtand brennend auf dem Tiſche. Um den Tiſch herum ſaßen die Frau und der Sohn Frie⸗ dels, und ein Schulkamerad des Letzteren. Sie plau⸗ derten und lachten mit einander. Friedel war nicht anweſend.

Gut!« murmelte Lorenz;die Gelegenheit iſt ſo günſtig, wie ich ſie nur wünſchen kann. Warte, du ſchleichender Schurke, jetzt werde ich dir eine Suppe einbrocken, an der du ſchwer zu verdauen ha⸗ ben wirſt.

Mit leiſen Schritten ſchlich er um das Haus herum, ſtieg ohne Geräuſch über den Gartenzaun, und erreichte durch den Garten den Hofraum. Er ſchien ſehr gut

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