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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Friedel her, wenigſtens beeilte er ſich nicht, den Zwiſchenraum, der Beide von einander trennte, zu ver⸗ kleinern. Er ſchlich immer in gleicher Entfernung hin⸗ ter Friedel her.

Da, an einer der einſamſten Waldſtellen kam, ein Liedchen vor ſich hin pfeifend, ein ganz gut und ſauber gekleideter Handwerksburſch, ſein wohl gefülltes Ränzel auf dem Rücken, dem Oberſteiger entgegen geſchlendert, blieb neben ihm ſtehen, und ſchien eine Frage an ihn zu richten, die Friedel bereitwillig beantwortete. Nach kurzem Zwiegeſpräch trennten ſie ſich wieder mit einem höflichen Gruße. Friedel ſchritt in der bisherigen Rich⸗ tung weiter, und der Handwerksburſch, wieder ſein Liedchen pfeifend, kam langſamen Schrittes auf Lo⸗ renz zu.

Ein teufliſcher Gedanke ſchien in deſſen Gehirn auf⸗ zublitzen, wie ſeine boshaft funkelnden Augen und das verzerrte Hohnlächeln ſeines Mundes bezeugten. Ehe noch der Handwerksburſch ihn gewahr werden konnte, duckte er ſich wieder unter die Büſche, und lauerte auf den ſorglos einher ſchlendernden jungen Menſchen. Als derſelbe an ihm vorüber gegangen war, richtete ſich Lo⸗ renz leiſe auf, erhob ſeinen ſchweren Knotenſtock, und ließ ihn mit furchtbarer Wucht auf das Hinterhaupt des Burſchen niederſchmettern. Wie vom Blitze getrof⸗ fen, ohne nur einen Schrei auszuſtoßen, brach dieſer zuſammen, und Lorenz ſchleifte die anſcheinend lebloſe Geſtalt hinter die Büſche, wo er ſich vor jedem unbe⸗ rufenen Auge ſicher fühlen mochte. Hier in ſeinem Verſteck durchſuchte er die Taſchen des Handwerksbur⸗ ſchen, und fand eine grüne mit Goldfäden geſtickte, dem Anſchein nach wohl gefüllte Börſe darin, die er in ſeine

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