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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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widerſpenſtig bezeigte, dann wendete er mit ſo ſtrengem Ernſte ſeine Autorität als Vorgeſetzter an, daß Lorenz, wollte er nicht ſein Brod und ſeinen Poſten verlieren, nothgedrungen, wenn auch innerlich fluchend und zähne⸗ knirſchend, Gehorſam leiſten mußte. Sein Haß wurde durch dergleichen Vorfälle immer ärger und grim⸗ miger, und er dürſtete danach, ihn ganz vollſtändig zu befriedigen.

Lange wollte ſich ihm keine Gelegenheit dazu bie⸗ ten, obgleich er Friedel fortwährend belauerte und be⸗ obachtete, um das geringſte Verſehen deſſelben auszu⸗ nutzen, und davon bei der vorgeſetzten Behörde Anzeige zu machen. Sein Lungern und Lauern half ihm aber nichts. Friedel that in jeder Beziehung mehr, als ſeine Pflicht und Schuldigkeit, und nie ließ er ſich auch nur die geringſte Nachläſſigkeit in Erfüllung ſeines Amtes zu ſchulden kommen.

Da traf es ſich eines Abends als Lorenz durch eine Waldſtrecke ſeinen Heimweg nach ſeinem Häuschen nahm, daß er Friedel aus der Ferne auf ſich zukom⸗ men ſah. Seine erſte Bewegung war, dem Friedel, den er ſo tödtlich haßte, obgleich ihm derſelbe nie et⸗ was zu leid gethan hatte, auszuweichen. Er ſprang hinter den dicken Stamm einer gewaltigen Eiche, und duckte ſich hier zuſammen, wie ein Raubthier, das auf Beute lauert, und jeden Augenblick bereit iſt, auf ſie loszuſpringen, um ſie niederzureißen und mit Klauen und Zähnen zu erwuͤrgen.

Wenn wir nur allein wären, wir Beiden, ſprach er ingrimmig aber leiſe vor ſich hin, indem er ſeinen

Knotenſtock feſter packte.Aber die verdammten Holz⸗

fäller ſtecken ganz in der Nähe, und ein einziger Schrei