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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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15.

vierzehn Tagen konnte Hanſel das Bett wieder verlaſſen und ſich im Freien ergehen, und nach drei Wochen war ſeine Geſundheit vollkommen wiederhergeſtellt.

Friedel hätte wohl, als ſich die Angelegenheit ſo zum Beſten wendete, kaum eine Klage gegen Uli er⸗ hoben, und begnügte ſich für ſeine Perſon, dem Steiger Lorenz gelegentlich einen derben Verweis zu geben, und ihm anzurathen, ſeinen Uli in Zukunft beſſer als bis⸗ her im Zaume zu halten, ein Verweis, der von Lo⸗ renz mit tückiſchem Schweigen hingenommen, und ſei⸗ nerſeits durch kein verſöhnendes oder abbittendes Wort erwiedert wurde. Der ſchändliche Ueberfall Uli's war aber zu öffentlich geſchehen, und hatte zu allgemeine Entrüſtung hervorgerufen, um ſtraflos in's Meer der Vergeſſenheit verſinken zu können. Uli wurde auf Ver⸗ anlaſſung des Richters in Bornheim gefänglich einge⸗ zogen, und ihm der Proceß gemacht. Seine Verurthei⸗ lung nach verſchiedenen Verhören und Zeugen⸗Aufnah⸗ men lautete auf eine derbe körperliche Züchtigung und auf viermonatliche Einſperrung bei Waſſer und Brod, ſo daß er alſo noch im Gefängniß ſaß, als Hanſel be⸗ reits wieder luſtig mit ſeinen Schul⸗ und Spielkame⸗ raden durch Thal und Wald ſpazierte.

Die Verurtheilung ſeines Sohnes erregte in dem ohnehin rachſüchtigen und böſen Herzen des Steigers Lorenz eine tiefe Erbitterung gegen Friedel, und er verſuchte auf alle Weiſe und bei jeder Gelegenheit ſei⸗ nen Rachegelüſten gegen den verhaßten Vorgeſetzten Ausdruck zu geben. Aber alle dieſe gemeinen und bos⸗

haften Verſuche glitten erfolglos an Friedels ruhigem und gelaſſenem Weſen ab. Er beachtete ſie kaum, und wenn Lorenz, was zuweilen vorkam, ſich trotzig und 1 4