und muſterte mit verſtohlen ſchielendem Blicke die im Schatten derſelben ſitzenden Männer, welche ihn übri⸗ gens nicht weiter beachteten. Angenehm und gewinnend war der Anblick des Unterſteigers allerdings grade nicht. Seine niedrige Stirn, ſeine tief liegenden, häß⸗ lich funkelnden Augen, die wulſtigen Lippen und die ſtumpfe Naſe bildeten ein Ganzes, das eher abſtieß,
als für ſich einnahm; in ſeinen Zügen ſprach ſich eine gewiſſe Verbiſſenheit, ein heimlicher Groll auf alle
Welt, und eine lauernde Tucke aus, wie auf dem Ge⸗ ſichte eines biſſigen Kettenhundes, der immer bereit iſt, auf Vorübergehende loszuſtürzen und ſeine gefletſchten Zähne in ihr Fleiſch zu vergraben. Seine Kameraden gingen deshalb dem Lorenz immer möglichſt aus dem Wege, und er zählte unter ihnen auch nicht einen ein⸗ zigen, wirklichen guten Freund. Wer ihn nicht haßte, vermied ihn wenigſtens, und ſo befand ſich Lorenz auch heute an dem fröhlichen Tage und unter dem fröhlichen
Gewimmel, wie ſonſt immer, allein.
„Ja, ja,“ murmelte er, heimlich die Fäuſte ballend, grimmig in ſich hinein,—„trinkt nur, ſtoßt mit ein⸗ ander auf die Geſundheit des neuen Oberſteigers an, der doch nur ſeiner kriechenden Liebesdienerei gegen den Berghauptmann den Poſten verdankt, der eigentlich mir hätte zufallen ſollen,— die Zeit wird ſchon kommen, wo ich Euch den jetzigen Triumph über mich verſalze. Ich will Euch ſchon beweiſen, daß der Lorenz nicht un⸗ geſtraft ſich zurückſetzen und über ſich ſpotten läßt. Für heute wird wenigſtens dem Friedel die Freude vergällt ſein, wenn nur mein Uli meinen Wink befolgt, mit des Friedel's Hanſel Streit anfängt, und den Jungen ge⸗ hörig durchbläuet. Ich haſſe den Buben beinahe eben
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