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dige Schaf unter ihnen, und er hat die Hühner ver⸗ giftet aus Rache, weil er in Folge des Streites mit Hannes von unſerem Berghauptmann einen derben Ver⸗ weis bekam. Nein, nein, Friedel, lehrt mich meine Leute nicht kennen! Der Lorenz iſt ein durchtriebener, ſchlimmer Kerl, dem alles Mögliche Schlechte zuzu⸗ trauen iſt.“
„Still von ihm,“ unterbrach der Oberſteiger Win⸗ ter die Unterhaltung, welche hitzig zu werden drohte. „Dort kommt der Lorenz über die Wieſe her grade auf uns zu, und er würde ſchwerlich ſehr erfreut ſein, wenn er hörte, was hier über ihn geſprochen iſt. Uebrigens möchte ich auch nicht geradezu darauf ſchwören, daß Lo⸗ renz die Hühner vergiftet hat. Beweiſen konnte man ihm nichts, und irgend ein böſer Zufall kann ja die Hand im Spiele gehabt haben. Wir ſollten immer das Beſſere von den Menſchen glauben, und nicht das Schlimmere.“
„Ja doch, aber nur, je nachdem der Menſch iſt,“ entgegnete der Oberſteiger Wenzel unwirſch.„Seht nur hin, was der Kerl für ein finſteres, böſes Geſicht macht, und wie tückiſch er nach unſerem Friedel herüber ſchielt. Ich wiederhole dir, Friedel, traue dem Kerl nicht über den Weg! Er ſinnt auf Böſes, und ſpielt dir ſicher einen ſchlimmen Streich, ſo oft es heimlich geſchehen kann.“
„Ich ſtehe allerwegen in Gottes Hand, und darum fürchte ich nichts,“ verſetzte Friedel ruhig.„Wer den Herrn fürchtet und ſeine Pflicht thut nach beſten Kräf⸗ ten, kann muthig der Zukunft in's Auge ſehen.«
Mittlerweile war der Unterſteiger Lorenz mit lang⸗ ſamen Schritten ganz in die Nähe der Laube gekommen,


