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Unter der Erde : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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genommen, iſt ja unſer neuer College bei ſeinen frühe⸗ ren Genoſſen ſehr beliebt, und es wird nur Wenige darunter geben, die ſein Glück beneiden und ihm Böſes wünſchen. Nur freilich, der Unterſteiger Lorenz etwa, der hat ſchon von jeher einen gewiſſen Haß gegen unſeren Friedel gehegt, und ihm würde ich nicht über den Weg trauen. Er iſt ein böſer, heimtückiſcher Mann, und wenn er Jemandem einen Fuß unterſtellen oder einen Schabernack ſpielen kann, ſo iſt er nur zu gern bei der Hand, heißt das, wenn er nicht fürchten muß, entdeckt zu werden; denn er iſt eben ſo feige, wie er ſchlecht iſt.« 1

Das iſt leider nur zu wahr, beſtätigte ein Ande⸗ rer.Er iſt ein ſchlimmer Geſell, und ich wünſchte nur, unſer Berg⸗Hauptmann ſchaffte ihn uns bei guter Gelegenheit vom Halſe. Kein Anderer, als Er iſt es geweſen, der neulich dem Steiger Hannes ſeine ſämmt⸗ lichen Hühner vergiftet hat. Er und Hannes hatten kurz vorher einen Streit und Wortwechſel über irgend eine Lumperei gehabt, und da übt nun der Lorenz eine ſo niedrige und gemeine Rache an den armen Thieren, die des Hannes größte Freude und Liebhaberei waren. Es iſt ſchändlich!

Du urtheilſt doch wohl zu voreilig, Wenzel, ent⸗ gegnete Friedel auf dieſe ſchwere Beſchuldigung.Lo⸗ renz iſt zwar ebenfalls mein Freund nicht, und mag manche üble Eigenſchaft haben, aber einen ſolchen nie⸗ derträchtigen Streich traue ich ihm doch nicht zu.

Und wem ſonſt trauſt du ſolchen erbärmlichen Streich zu?« verſetzte Wenzel.Gewiß doch keinem von unſeren anderen Bergleuten, die durchgängig ehr⸗ liche, wackere Männer ſind. Lorenz iſt das einzige räu⸗