Waſchen verdienen. Verſuchen wir es im Vertrauen auf Gottes Beiſtand!“
Obgleich Leo auf die Fürbitte des Herrn Schuldi⸗ rectors nicht Lehrling des Zimmer⸗Gewerkes geworden war, verſtand er dennoch ſehr gut mit Säge und Arxt zu handthieren. So ergriff er denn am nächſten Mor⸗ gen beide Werkzeuge, und begab ſich in die Stadt, um Arbeit zu ſuchen. Auf dem Holzhofe konnte er leicht erfahren, wo man von ſeinen Dienſten wohl Gebrauch machen würde, und der Holzhof⸗Inſpector, der Leo's Vater gut gekannt hatte, ertheilte ihm bereitwillig Aus⸗ kunft darüber, zu welchen Haushaltungen binnen kur⸗ zer Zeit Holz abgefahren werden würde. Drei oder vier Wagen ſtanden ſchon, angeſpannt und mit Klafter⸗ Holz beladen, auf dem Hofe.
„Dieſe beiden ſind ſchon mit Holzhackern verſorgt,“ ſagte der Inſpecktor zu Leo.„Der dort aber mit der ſchönen Ladung Buchenholz iſt noch zu vergeben. Ich will dir die Arbeit gern zuwenden, und deßhalb ein paar Zeilen an den Regierungsrath Halldorf ſchreiben, der das Holz beſtellt hat. Aber trauſt du dir denn zu, Leo, daß du die Klafter ganz allein wirſt ſägen und ſpalten können?«
„Oh ja, Herr Inſpector,“ verſetzte Leo zuverſicht⸗ lich.„Ich weiß ja mit dem Holze umzugehen; in vier Stunden ſoll die ganze Klafter klein gemacht ſein.“
„»Nun, ich will dir glauben, da ich weiß, daß du kräftiger und gewandter biſt, als viele andere Knaben von deinem Alter,« erwiederte der Inſpector.„Und brav iſt's von dir, daß du für deine arme Mutter dich keiner Arbeit ſcheuſt. Wenn dir das Sägen und Hacken nicht zu ſchwer fällt, kannſt du alle Tage wieder her⸗
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