ſchmeidig und zu jeder Anſtrengung geſchickt gemacht habe. Jetzt hoffe ich, den Lohn meines Fleißes zu ärndten, indem ich meine theure Mutter vor Nahrungsſorgen bewahre!“
„So gehe denn hin, mein Sohn, mit meinem reich⸗ ſten Segen,“ verſetzte die Mutter, tief gerührt und er⸗ griffen von Leo's redlicher Kindesliebe.„Ich hoffe! Mit einem treuen Herzen, wie es in deiner Bruſt ſchlägt, wird allezeit Gottes gnädiger Beiſtand ſein. Aber,“ fuhr ſie in verändertem Tone fort, und ihr trü⸗ bes Geſicht hellte ſich auf,—„vielleicht findet ſich auch noch von anderer Seite her Hülfe und Beiſtand!“
„Und von welcher, Mütterchen?« fragte Leo.
„Nun, haſt du denn ganz vergeſſen? Bei der letz⸗ ten Ueberſchwemmung retteteſt du doch einem alten Herrn das Leben und Vermögen? Du ſelbſt haſt zwar nicht viel davon geſprochen, aber von Andern hörte ich Alles. Würde Herr Winter nicht etwas für dich thun, wenn du ihn darum angiengeſt?“
„Ach, Mutter,“ verſetzte Leo,„ich kann dir nicht ausdrücken, wie ſehr es mir in der innerſten Seele wi⸗ ſtrebt, den Beiſtand fremder Menſchen anzuflehen, oder, mit anderen Worten, betteln zu gehen, ſo lange ich Kraft zu rechtſchaffener Arbeit in mir fühle. Mit Herrn Bolten war es etwas Anderes! Ihn konnten wir wohl um eine Unterſtützung erſuchen, da er der Brodherr des Vaters, der ihm treu gedient hat, geweſen iſt. Aber einen Fremden angehen? Liebſtes Mütterchen, ver⸗ lange das nicht von mir!«
„Nun denn, laſſen wir's, und ſehen wir zu, ob wir uns durch eigene Kraft helfen und erhalten können,“ antwortete die Mutter.„Auch ich kann wohl Einit
durch weibliche Arbeiten, wie Nähen, Stricken und


