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Tüchtig und untüchtig : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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niſſes hatten den nicht ſehr anſehnlichen Vorrath baaren Geldes beinahe erſchöpft, und Frau Trudchen machte ein ſorgenvolles Geſicht, als ſie eines Tages die bittere Erfahrung machen mußte, daß nur noch wenige Thaler in ihrer Geldbörſe übrig geblieben waren. Leo be⸗ merkte die traurige Miene, und hoͤrte den Seufzer, welcher ſie begleitete.

Was haſt du, Mütterchen? fragte er.Du biſt beſtürzt. Läugne es nicht.

Nein, ach nein, verſetzte die Mutter.Warum ſollte ich läugnen, was ſich doch nicht lange verheim⸗ lichen läßt? Leo, der Erhalter und Ernährer, dein Vater, fehlt uns! Wir haben nur noch für ein paar Tage zum Leben, und was dann aus uns werden ſoll, das weiß Gott allein!

Leo ſprang erſchrocken in die Höhe. Daran hatte er noch nicht gedacht, daß einmal das tägliche Brod auf dem häuslichen Tiſche fehlen konnte; jetzt aber plötzlich durchzuckte ihn, wie ein Blitzſtrahl, das Be⸗ wußtſein der wirklichen traurigen Verhältniſſe. Der Ernährer fehlte! Es fehlte die fleißige, erwerbende Hand des Vaters.

In Herrn Boltens Dienſte iſt der Vater verun⸗ glückt, rief er aus;Herr Bolten hat daher die Ver⸗ pflichtung, für dich zu ſorgen, damit es dir nicht am Nothwendigen mangele.

Die Mutter ſchuͤttelte traurig den Kopf.

Ich glaube nicht, daß Herr Bolten eine ſolche Verpflichtung anerkennen wird, entgegnete ſie.»Bis heute hat er ſich nicht einmal herab gelaſſen, mir ein Wort des Troſtes zu ſagen. Auf ſeine Unterſtützung zu zählen, wäre alſo offenbar eine Thorheit.