Druckschrift 
Tüchtig und untüchtig : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſten beſten ſchlichten Arbeiter, ob er mit ſchlechtem Handwerkzeug daſſelbe, wie mit gutem zu leiſten ver⸗ mag? Und was iſt denn unſer eins anderes, als das Handwerkzeug unſerer Geiſtesgaben? Hundert Gefah⸗ ren bedrohen den Menſchen im Leben. Vor vielen kann nur Gott, vor anderen aber kann uns eigene Kraft, Gewandtheit und Rüſtigkeit ſchützen. Darum halte ich es für jedes jungen Menſchen heilige Pflicht, auf ſeine körperliche Ausbildung alle nur mögliche Sorgfalt zu verwenden. Ich ſelbſt habe in meinem langen Leben den Mangel derſelben oft ſchwer empfunden und hart büßen müſſen. Aber freilich, als ich jung war, dachte man noch nicht an jene ſo nützlichen, körperlichen Uebun⸗ gen, wie Turnen, Schwimmen, Rudern u. ſ. w., da⸗ rum kann ich mich wenigſtens von eigener Schuld frei ſprechen. Wer aber die ihm dargebotene Gelegenheit nicht benützt, ſich zu vervollkommnen, iſt ein größerer Thor, als ich auszuſprechen vermag. Haſt du denn nicht wenigſtens ſchwimmen gelernt, Alfred?«

Mittlerweile hatten ſich wohl ein paar Dutzend Knaben vom Turnplatze her um den alten Herrn ver⸗ ſammelt, und mit Aufmerkſamkeit den Worten deſſelben gelauſcht.

Der? Schwimmen? rief auf einmal eine ſpöttiſche Stimme aus dem Haufen.Der traut ſich nicht ein⸗ mal, den Finger in's Seewaſſer zu tauchen, der feige Faullenzer!

Alfred wurde flammenroth im Geſicht und ſchlug die Augen zu Boden. Keine Widerrede kam von ſei⸗ nen Lippen, während die Knaben laut lachten, und ihm verächtliche Blicke zuwarfen. 3

Das iſt in der That ein wenig arg, ſprach der