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Tüchtig und untüchtig : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Meer, Himmel und Erde ein. Meiſter Hagen hatte mit ſtiller Andacht dem herrlichen Schauſpiele zugeſehen. Als aber die Gluth am Himmel zu erbleichen begann, klopfte er ſeine Pfeife aus, und rief laut nach dem Hauſe hinüber:

Trudchen!

»Gleich!« tönte eine friſche Stimme von dort zu⸗ rück, und unmittelbar erſchien Frau Trudchen, ein be⸗ häbiges, huͤbſches, rundes Weibchen, im Rebengange, d brachte Tiſchzeug, Teller, Meſſer und Gabeln erbei.

»Wo nur unſer Leo heute bleibt?« fragte ſie mit einem Anfluge von Beſorgniß.Er iſt doch ſonſt immer pünktlich um ſechs Uhr zu Hauſe, und heute iſt's ſchon ſieben vorbei. Es wird ihm doch nichts Böſes zuge⸗ ſtoßen ſein?«

Bewahre, Mutter, verſetzte Meiſter Hagen raſch. »Hab's ganz vergeſſen, dir zu ſagen. Leo kam heute Nachmittag an den Werften vorüber, und zwar in Ge⸗ ſellſchaft von noch anderen Jungen, drüben Bolten's Alfred war auch dabei, und er fragte mich um Er⸗ laubniß, ob er wohl mit den übrigen Jungen einen Spaziergang am Seeufer machen dürfe, der Herr Schuldirektor ſei auch mit. Natürlich gab ich ihm Er⸗ laubniß mitzulaufen, es mag ſich der Spaziergang wohl ein Bischen in die Länge gezogen haben.

»Ah, wenn das iſt, dann bin ich ganz ruhig, er⸗ wiederte Frau Trudchen.Wenn der Herr Schul⸗ direktor die Jungen in Aufſicht hat, braucht man keine Bange zu haben. Aber was iſt denn das? Du ſagteſt vorhin, Bolten's Alfred ſei bei der Geſellſchaft, und der ſteht ja dort ganz ruhig am Gatter!