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Tüchtig und untüchtig : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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harten Händen, die von ſteter fleißiger Arbeit zeugten, aber auch mit hellen, treuherzigen, blauen Augen, welche auf den erſten Blick Zutrauen einflößten, weil unver⸗ kennbar die biederſte Redlichkeit daraus ſtrahlte. Meiſter Hagen ſtand, wie die Bewohner der andern umliegenden kleinen Häuſer, ebenfalls in Lohn und Brod bei dem reichen Kaufherrn Bolten, aber er befand ſich weit behaglicher, als die Uebrigen, weil er ſich durch beſondere Geſchicklichkeit ganz vorzüglich auszeich⸗ nete, und deßhalb allwöchentlich den doppelten Arbeits⸗ lohn verdiente. Was er aber erwarb, hielt Frau Trud⸗ chen, ſeine ſparſame Gattin, redlich beiſammen, ſo daß ſie mit Recht als die beſte Hausfrau weit und breit gerühmt und geprieſen wurde. Des Weiteren hatte Meiſter Hagen keine koſtſpieligen Gewohnheiten, und

voeerthat ſeinen Verdienſt nicht in Schenken und Trink⸗ ſtuben, ſondern ließ ſich an ſeiner häuslichen einfachen,

und gleichwohl kräftigen Koſt, und an ſeinem Gerſten⸗ ſaft genügen, der Abends ſeine gewöhnliche Erquickung nach der ſchweren Tagesarbeit ausmachte. Im Kreiſe der Seinen, denn außer Trudchen zur Frau, hatte er auch einen braven Jungen von ſechszehn Jahren zum Sohne, fühlte ſich Meiſter Hagen am wohlſten, und am allerwohlſten nun vollends in ſeiner lieben Gartenlaube, wenn die Sonne ſich dem Untergange zu⸗ neigte, und ein kühles Lüftchen ſeine, von der Arbeit des vergangenen Tages noch heiße Stirn mit lieblichem Hauche erfriſchte.

Jetzt aber ſank die Sonne in's Meer hinunter, noch wenige Augenblicke, und ſie war hinter den roth glühenden Wellen untergegangen, und nur ihr prächti⸗ ger Purpur⸗Mantel hüllte noch für einige Minuten