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Bange Tage : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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bei Seite und wiſchte von Zeit zu Zeit Thränen aus ihren Augen. Wilhelm ſtand vor dem Vater, und zeigte eine ebenſo betrübte Miene, wie ſeine Aeltern.

Ich trenne mich ſchwer von dieſem Geldſtücke, ſagte Vater Erdmann nach längerem bangem Still⸗ ſchweigen mit gedrückter Stimme. Es iſt das Letzte, was wir beſitzen. Was ſoll werden, wenn es nun auch ausgegeben iſt? 4

Die Mutter ſeufßzte.

Und doch müſſen wir es ausgeben, ſprach ſie. Wir haben im ganzen Hauſe kein Stückchen Brod mehr, und unſeren Nachbarsleuten ergeht es nicht beſſer. Ach, Vater, es wird uns am Ende doch nichts weiter übrig bleiben, als auf den Antrag des reichen Tiſchlermeiſters Brinken einzugehen. Er bie⸗ tet zwar nur einen Spottpreis für die Sägemühle, weil er eben weiß, daß wir in größter Noth ſind.

Aber was hilft uns der Beſitz der Mühle, wenn das

Rad ſtill ſteht und die Sägen roſten?

Vater Erdmann ſchüttelte den grauen Kopf.

Unſer Grundſtück, ſo ſehr es verwüſtet und zer⸗ ſchoſſen iſt, hat immer noch einen Werth von wenig⸗ ſtens viertauſend Thalern, gab er zur Antwort.Und jener hartherzige Menſch bietet mir nur fünfhundert Thaler dafür. Er kennt unſre Bedrängniß, er trach⸗ tet ſchon ſeit Jahren nach unſrer Mühle, und meint, nun ſei die Zeit gekommen, wo er mich von dem Erbgute meiner Väter vertreiben kann. Aber eher will ich vor Hunger ſterben, als dieſem kaltblütigen Spe⸗ kulanten weichen. Der Krieg kann nicht mehr lange dauern, ſchon iſt er weit von uns weg auf fremden Boden gezogen, die Beſatzung von Dresden wird doch