lingt, einen Arzt herbei zu ſchaffen, der Sie ordent⸗ lich verbinden kann. Die Schlacht ſcheint für heute ausgetobt zu haben. Da findet mein Sohn wohl Gelegenheit, in die Stadt zu ſchleichen, und ſich nach einem Arzte umzuſehen.“
„Sie ſind ſehr gut und vorſorglich,“ erwiederte der General.„Nur freilich würde es mir nicht ſon⸗ derlich angenehm ſein, in franzöſiſche Gefangenſchaft zu gerathen.“
„Machen Sie ſich darüber keine Sorge,“ be⸗ ſchwichtigte Vater Erdmann.„Unter uns hier finden Sie keinen Verräther, und in dieſem Verſtecke will ich Sie wochenlang verborgen halten, ohne daß eine Spur von Ihnen entdeckt wird.“
„So bin ich ruhig,“ erwiederte der General, und legte ſich matt und erſchöpft in die Kiſſen zurück.
Wilhelm hatte indeſſen ſchon ſeine Mütze aufge⸗ ſetzt, und ſchlüpfte aus dem Verſchlage, um ſich nach der Stadt zu begeben. Nach einigen Stunden kehrte er zurück, brachte aber richtig einen jungen Arzt mit, der die Wunde des Generals unterſuchte, ſie ſorgfäl⸗ tiger verband, und dann zum Troſte Aller erklärte, daß ſie keinenfalls tödtlich ſei, ſondern bei guter Pflege ſchon in einigen Wochen vernarbt ſein würde.
„Lauter gute Nachrichten,“ ſagte Wilhelm, als der Arzt wieder gegangen war.„Schweſter Malchen habe ich auch geſehen bei der Frau Kriegsräthin. Sie ſind Beide munter und geſund. Es war gut, daß ich dort hinging, denn ohne die Frau Kriegsräthin hätte ich wohl ſchwerlich einen Arzt gefunden, der mich beglei⸗ tet hätte. Sie haben ſämmtlich in der Stadt alle Hände voll zu thun, um den Tauſenden von armen


