Riedel zu. Alle Drei trugen den Verwundeten nach der Mühle, und waren nicht wenig überraſcht, als ſie hier in dem Verunglückten den General Degenfeld erkannten, der ſich ihrer ſo wacker gegen die Bruta⸗ lität der Oeſtreichiſchen Soldaten angenommen hatte.
„Dem Himmel ſei Dank, daß wir ihm vergelten können, was er Gutes an uns gethan hat,“ rief Vater Erdmann aus.„Richte ſchnell ein Bett für ihn her, Mutter!“
„Aber wo?“ fragte Frau Martha.„Doch nicht hier im Hauſe, in das jeden Augenblick die Franzo⸗ ſen eindringen können.“
„Nein nein, in der Radkammer!“ verſetzte Vater Erdmann ſchnell.„Dort allein iſt er ſicher, nicht in Gefangenſchaft zu gerathen. Bringen wir ihn dort⸗ hin!“
Die Rad⸗Kammer wurde ſchnell geöffnet und noch ſchneller ein Bett darin aufgeſchlagen, auf welches man den Verwundeten ſanft und vorſichtig niederlegte. Dieſer kehrte bald wieder zur Beſinnung zurück, und eine nähere Unterſuchung ergab, daß eine Flintenku⸗ gel in ſeine linke Schulter gedrungen war. Die Wunde, obgleich ſchmerzhaft, ſchien wenigſtens nicht lebensgefährlich. Vater Erdmann legte, ſo gut er es eben verſtand, einen vorläufigen Verband an, worauf ſich der Verwundete weſentlich erleichtert fühlte, und mit herzlichen Worten ſeinen Dank für die unerwar⸗ tete, und doch ſo willkommene Pflege ausſprach.
„Sie haben Barmherzigkeit an uns geübt, und mit Barmherzigkeit wird Ihnen vergolten, alſo braucht es hier keines Dankes,“ ſagte Vater Erdmann ein⸗ fach.„Bleiben Sie jetzt nur ruhig, bis es uns ge⸗


