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Bange Tage : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Man trug die Todten aus dem Hauſe in's Freie, wo ſie auf einen grünen Wieſenrain neben anderen er⸗ ſchoſſenen Kameraden niedergelegt wurden. Nach einer Stunde waren die Räume des Hauſes nothdürftig gereinigt, ſo daß ſie wieder einigermaßen bewohnbar erſchienen, und nun begaben ſich die Männer, Wilhelm konnte wegen ſeiner Tüchtigkeit ſchon als Mann mitzählen, nach der Schleifmühle. Sie fan⸗ den dieſelbe in ziemlich eben dem Zuſtande, wie die Schneidemühle, aber auch hier wurde möglichſt raſch aufgeräumt, und die Mühle, ſo gut es eben gehen wollte, in bewohnbaren Stand geſetzt. Hierauf ent⸗ fernte ſich der Schleifmüller auf einige Augenblicke und kehrte mit zufriedener Miene zu ſeinen Nachbarn

zurück.

Alles gut, ſagte er.Sie haben richtig mei⸗ nen kleinen Keller nicht entdeckt, der neben dem größeren liegt und von mir mit Ziegelſteinen ober⸗ flächlich verbaut worden iſt. So bleiben uns wenig⸗ ſtens unſere beſten Sachen und auch die Betten. Alles Andere läßt ſich verſchmerzen. 8

Aber wo gedenken Sie mit Ihrer Familie die Nacht zuzubringen? fragte Vater Erdmann.Doch nicht in Ihrem kleinen Keller? Ich ſchlage vor, Sie bleiben bei mir, und wir quartieren uns ſammt und ſonders in die Rad⸗Kammer ein, wo wir Alle Platz genug haben. 3

Dieſen Vorſchlag nehme ich dankbar an, verſetzte Riedel.Es iſt mir ohnehin unheimlich zu Muthe unter ſo vielen Leichen, wie ſie hier die Erde be⸗ decken. In Geſellſchaft kommt man leichter über ſol⸗ ches Grauen hinweg.

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