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Eine Lage von Kartätſchenkugeln, die gegen die Wände des Hauſes anpraſſelte, gab den Worten des Soldaten den gehörigen Nachdruck.
„Kommt! Kommt Alle!“ ſagte Vater Erdmann zu den Seinigen, und ſeinen Gäſten.„Im Keller ſind wir wenigſtens ſicher vor den Kugeln.“
Keiner weigerte ſich; Alle ſtiegen ſie hinunter in den Keller und warteten hier in Beſorgniß der kom⸗ menden Dinge.
Das Krachen der Geſchütze wiederholte und ver⸗ ſtärkte ſich in einem Grade, daß die Grundmauern des Hauſes davon zu erbeben ſchienen. Dazwiſchen ertönte lautes Geſchrei, knatterndes Peletonfeuer, das Stampfen beerzter Hufe auf dem harten Erdboden, das Raſſeln ſchwerer Munition⸗Wagen. Lange hiel⸗ ten die Oeſtreicher Stand. Ueber zwei Stunden wogte der Kampf hin und her, und keine Parthei ſchien über die andere entſchieden die Oberhand ge⸗ winnen zu können. Endlich wurde aber das Schießen von Seiten der Oeſtreicher ſchwächer, und hörte in unmittelbarer Nähe der Mühle plötzlich ganz auf. Die Oeſtreicher wichen alſo, und die Franzoſen dräng⸗ ten hitzig nach. Unſere im Keller geborgenen Freunde wagten es, wieder nach oben zu ſteigen, und fanden hier auf den erſten Blick ihre Vermuthungen beſtätigt. Die Oeſtreicher waren bis auf Plauen zurückgeworfen worden, und auch die Preußen und Ruſſen hatten dem Ungeſtüme der Franzoſen weichen müſſen. Der Angriff der verbündeten Truppen auf Dresden war vollkommen geſcheitert. Wohin der Blick ſich wendete, ſah er nichts als Franzoſen; die Alliirten waren aus dem Geſichtskreiſe entſchwunden.
Bange Tage. 6


