. 79
geheimen Speiſekammer. Die Soldaten nahmen Bei⸗ des mit tauſend Freuden in Empfang, und von da an herrſchte zwiſchen den Hausbewohnern und der Be⸗ ſatzung die herzlichſte Freundſchaft und Eintracht.
Mehrere Stunden verſtrichen jetzt grade in der nächſten Umgebung der Mühle ganz ruhig, während rings um Dresden herum das Getöſe des Kampfes faſt ununterbrochen forttobte. Von allen Seiten her krachte und rollte der erſchütternde Donner der Kano⸗ nen, und von Zeit zu Zeit trafen leicht Verwundete ein, welche Nachrichten über den Gang der Ereigniſſe brachten. Die Verbündeten gewannen uͤberall Terrain, und drängten die ſchwächeren Maſſen der Franzoſen, obwohl ſie den tapferſten Widerſtaud leiſteten, mehr und mehr auf Dresden zurück. Sie ſtanden bereits vor den Thoren der Stadt. Zwei Lünetten waren erſtürmt und ihre Beſatzung gefangen oder niederge⸗ hauen. Noch ein einziger, allgemeiner Angriff und Sturm mußte unfehlbar den Sieg herbeiführen, und Keiner zweifelte daran, daß dieſer Sturm mit aller uur verfügbaren Macht unternommen werden würde.
Da auf einmal ſchien es, als ob das Getöſe des Kampfes ſich verdoppele oder verdreifache. Lauter und anhaltender brüllten die Geſchütze, das Knattern des Gewehrfeuers folgte ununterbrochen, und zwiſchendurch erklang es dumpf, wie triumphirendes Jubelgeſchrei aus den Heerhaufen der Franzoſen herüber.
„Da iſt etwas nicht richtig,« ſagte der Oeſtrei⸗ chiſche Unterofficier, nachdem er ein Weilchen gelauſcht hatte.„Die Franzoſen rücken wieder vor, und unſere Leute weichen. Man hört es deutlich, daß ihre Ge⸗


