Druckschrift 
Bange Tage : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Nachbar Riedel nickte befriedigt, ſagte aber nichts weiter, denn die Soldaten kamen jetzt aus dem Kel⸗ ler wieder heraus, und rollten ein Bierfaß vor ſich her in die Stube. Hierauf fielen Alle mit wahrem Heißhunger über die Brode und die Würſte her, und tranken dazu von dem ſchäumenden Biere, das friſch und einladend aus dem vorſſichtig geöffneten Faſſe ſtrömte. Nach kaum einer Viertelſtunde waren ſämmt⸗ liche Mundvorräthe verſchwunden; was die Soldaten nicht auf der Stelle verzehren konnten, das ſteckten ſie in die Taſchen oder in ihre Torniſter.

Der lange Grenadier hatte bei der Mahlzeit tapfer mitgeſchmauſt, und manchen Schluck Bier durch ſeine ausgetrocknete Gurgel gejagt. Sein barſcher Grimm war dadurch aber keineswegs beſänftigt worden; denn als er nicht mehr eſſen konnte, winkte er Vater Erd⸗ mann wieder zu ſich heran, und fixirte ihn mit dro⸗ hendem Blicke.

Gegeſſen und getrunken haben wir, ſagte er, nun das Geld heraus! Keine Umſtände gemacht, Alter, oder dir und deinen ſämmtlichen Angehörigen ergeht es gottesjämmerlich!

.Ich habe kein Geld, erwiederte Vater Erdmann ruhig. hi es mache du einem Dummkopfe weiß, Hund,

der du biſt, brüllte der Grenadier.Irgendwo ver⸗

ſteckt oder vergraben haſt du's! Noch einmal rath' ich dir, gutwillig heraus damit, oder dein Rücken wird

Bekanntſchaft mit unſeren eiſernen Ladſtöcken machen.

Wir ſind hier in Feindesland, und ſpaſſen nicht!

Ich ſchwöre Ihnen zu, daß ich kein Geld habe, verſicherte Vater Erdmann mit dem ganzen Nachdrucke