73
an ſich, und öffnete zuerſt den Schrank, in dem er allerdings weder Geld noch andere Koſtbarkeiten fand. Fluchend und allerlei Drohungen ausſtoßend drang er hinauf in die Speiſekammer. Ein paar Dutzend ſei⸗ ner Kameraden folgten ihm, und ſtießen ein Freuden⸗ geſchrei aus, als ſie hier eine ziemliche Anzahl Brode und auch Würſte fanden, welche Vater Erdmann wohlweislich nicht mit den übrigen Vorräthen in das Verſteck geſchafft hatte.
„Nun in den Keller!“ überbrüllte wieder der lange Grenadier ſeine jauchzenden Kameraden.„Ein friſcher Trunk gehört zum Eſſen, ſonſt mundet es nicht!“
Die ganze Schaar, der lange Grenadier voran, ſtürmte die Kellertreppe hinunter, und bald darauf verrieth das von unten herauf ſchallende Freudenge⸗ ſchrei, daß ſie den Keller nicht leer gefunden hatten.
„Ich habe abſichtlich ein paar Fäſſer Bier und ein Fäßchen Branntwein dort gelaſſen,“ flüſterte Vater Erdmann ſeinem Nachbar zu.„Sie hätten nimmer⸗ mehr geglaubt, daß ich gar nichts vorräthig hätte, und mir dann vielleicht die ganze Mühle durchwühlt, wenn nicht gar demolirt. Für die, die hier ſind, reicht das Gefundene aus, und dabei bleiben uns die Haupt⸗Vorräthe noch immer für uns und etwaige fer⸗ nere Einquartierung.“
„Sie haben ganz eecht und vorſichtig gehandelt,“ verſetzte eben ſo leiſe der Nachbar.„Wenn ſie nur das Verſteck nicht ausfindig machen!“
„So lange das Mühlrad ſich dreht, nimmermehr!“ lautete die Antwort,—„und den Hemm⸗Riegel habe ich auf die Seite gebracht, ſo daß die Soldaten das
Rad nicht zum Stehen bringen können.“


