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Bange Tage : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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nicht auf, ſondern ſcheint von der Stadt aus immer näher zu kommen.

So iſt es, Vater, verſetzte Wilhelm.Wir müſſen in Erfahrung zu bringen ſuchen, was der Spektakel zu bedeuten hat. Laß mich machen, Vater! Ich werde vorſichtig hinüber ſchleichen, und recognos⸗ ciren. Es iſt keine Gefahr dabei. Du weißt ja, ich kenne jeden Fuß breit Boden zwiſchen hier und der Stadt, und wenn ich je von den Soldaten bedroht würde, wär' es ein Leichtes für mich, ihnen auszu⸗ weichen, und mich zu verbergen oder zu entſchlüpfen.

Ja, ja, geh' nur, Kind, verſetzte der Vater.

So viel merke ich nun ſchon, daß da drüben nur

Franzoſen ſind, alſo ein Gefecht nicht zu befürchten ſteht. Ich möchte nur wiſſen, warum ſie zu ſo frü⸗

her Stunde ſchon ſo unruhig ſind.

Binnen weniger als einer Stunde ſollſt du es er⸗ fahren, Vater, erwiederte Wilhelm.Sei ganz un⸗ beſorgt; in einer Stunde bin ich zurück!

Nach dieſen Worten eilte er mit leichten Schritten hinweg, und war bei der noch herrſchenden Dunkel⸗ heit ſchnell aus den Augen des Vaters verſchwunden. Auf ſchmalen Seitenpfaden näherte er ſich der Stadt, und erkannte nun ſehr bald die Urſache des Trom⸗ melns und des Wagen⸗Geraſſels. Aus allen Thoren Dresdens rückten franzöſiſche Truppen aus vor die Stadtmauer, und beſetzten hier in ſtarken Abtheilun⸗ gen fünf mit Geſchützen geſpickte Lunetten, die man

an verſchiedenen Punkten aufgeworfen hatte, um da⸗

durch eine ſchwer zu durchbrechende Schranke gegen das Eindringen etwa angreifender Truppen in die Stadt Bange Tage. 2