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Für die bevorſtehende Nacht glaubte Niemand Be⸗
ſorgniß hegen zu müſſen. Darum begab ſich Jeder zu der gewohnten Zeit zur Ruhe;— Vater und Mut⸗ ter in die Schlafſtube zu ebener Erde neben dem Wohnzimmer,— Wilhelm oben hinauf in die Boden⸗ kammer, aus deren Fenſter er eine ziemlich weite Ausſicht auf die Rücknitzer Höhen, auf das Dorf Plauen, und noch weiter links auf das ſogenannte Feldſchlößchen, eine große Brauerei, genießen konnte. Ehe ſich der Knabe zu Bett legte, öffnete er noch ein⸗ mal das Fenſter, und ſpähte mit Auge und Ohr in die Nacht hinaus. Die nächſten Umgebungen lagen in Frieden und Ruhe. Aus weiter Ferne hallte aber zuweilen ein dumpfes Dröhnen durch die feuchte Nacht⸗ luft, und rechts von den Rücknitzer Höhen ſchienen Himmel und Wolken von einem lichten Scheine ange⸗ lüht. 8„Wahrſcheinlich eine Feuersbrunſt,“ ſagte Wilhelm mit einem bangen Seufzer vor ſich hin.„Die Un⸗ glücklichen, die davon betroffen werden! Und wie lange wird es dauern, ſo kräht auch von unſerem Dache vielleicht der rothe Hahn und flattert mit ſeinen feuer⸗ flammenden Flügeln! Nun, wie Gott will! Was Er thut, iſt wohlgethan, und ich wenigſtens will den Muth nicht verlieren, was auch kommen und geſchehen möge!“
Mit dieſen Worten ſchloß er das Fenſter wieder zu, entkleidete ſich raſch, löſchte das Licht aus, und ging zur Ruhe. Nach einigen Minuten war er ein⸗ geſchlafen,— aber ſein tiefer und ſüßer Schlummer ſollte nicht von ſehr langer Dauer ſein.


