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Bange Tage : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Und was gedenken Sie unter dieſen Umſtänden zu thun, Nachbar Riedel?

Thun? Nichts! Nachbar! Abwarten werd' ich und muß ich! Ich kann doch meine Frau und meine zwei Kinderchen nicht in die weite Welt hinausſchicken! Und wenn ich mit ihnen ginge, wer ſoll dann meine Schleifmühle überwachen? Nein, wir bleiben, und ſchlimmſten Falls, wenn die Kanonade losgeht, bring' ich Frau und Kinder im Keller unter. Da ſind ſie ſicher. Billigen Sie meinen Entſchluß, Nachbar?

Vollkommen, denn ich gedenke es gerade ſo, wie Sie zu machen, und nicht vom Platze zu weichen. Wir werden freilich wohl ein paar bange Tage durch⸗

zumachen haben, indeß wird ja, mit Gottes Hülfe

Alles noch leidlich vorübergehen.

Der Nachmittag verſtrich ſchnell unter Geſprächen von vergangenen und noch zu erwartenden Kriegser⸗ eigniſſen. Als der Abend dämmerte, wurde es kühl im Garten. Vater Erdmann lud ſeinen Nachbar, deſſen Schleifmühle nur ein paar Hundert Schritt weiter oben am Mühlgraben lag, ein, die Abendſtun⸗ den vollends im Kreiſe ſeiner Familie zuzubringen. Aber Nachbar Riedel lehnte dies ab, da er Frau und Kinder nicht ganz allein zu Hauſe ſitzen laſſen wollte. So nahm man denn Abſchied von einander. Nachbar Riedel begab ſich in ſeine Mühle, Malchen eilte nach der Stadt zu ihrer Herrſchaft zurück, und die übrigen Mitglieder der Erdmann'ſchen Familie gingen in's Haus. Sie trennten ſich mit dem allſeitigen Verſpre⸗ chen, einander ſogleich Nachricht zu geben, ſobald Dieſer oder Jener irgend eine wichtige Neuigkeit er⸗ fahren würde.