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„Die Zeit wird kommen, gewiß wird ſie kommen,“ ſagte Vater Erdmann ernſt.„Sie iſt vielleicht ſchon näher, als wir denken. Die franzöſiſche Armee iſt die alte nicht mehr; die liegt auf den weiten ruſſi⸗ ſchen Ebenen begraben. Der Sieg wird ſicher zuletzt auf Seiten der Verbündeten ſein, aber kein Menſch freilich kann vorher wiſſen, was es noch für Opfer an Gut und Blut koſten wird.“
„Schwere Opfer, gewiß, Nachbar!“ ſagte ein jun⸗ ger kräftiger Mann vom Eingange der Laube her, der er ſich unbemerkt genähert hatte.„Eben komm' ich aus der Stadt, und habe dort für gewiß gehört, daß die Franzoſen Dresden um jeden Preis behaupten wollen, wenn ſie, woran gar nicht mehr zu zweifeln iſt, in den nächſten Tagen angegriffen werden.“
„Ah, Nachbar Riedel, ſein Sie mir herzlich will⸗ kommen,“ ſagte Vater Erdmann, indem er aufſtand, und dem Gaſte die Hand entgegen ſtreckte.„Treten Sie näher, Nachbar, und nehmen Sie Platz! Mal⸗ chen, hole geſchwind noch eine Taſſe! So, Nachbar, und Sie wiſſen's alſo auch ſchon,— die Alliirten rücken heran.“
„Ja, da giebt es keinen Zweifel mehr,“ erwiederte der Nachbar.„Eben iſt eine franzöſiſche Ordonnanz angelangt mit der Nachricht, daß die Ruſſen unter Wittgenſtein von Peterswalde her auf Pirna marſchi⸗ ren, und die franzöſiſchen Truppen bei Gießhübel be⸗ reits angegriffen haben. Wenn die Ruſſen kommen, werden die Preußen und Oeſtreicher nicht zurückblei⸗ ben, und wir können uns nur darauf gefaßt machen, daß wir in ein paar Tagen die ganze alliirte Armee über dem Halſe haben.“


