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Näheres von Vetter Heinrich erfahren,— aber er hat ja mit anderen ſächſiſchen Soldaten dem Kaiſer Na⸗ poleon nach Schleſien folgen müſſen. Großer Gott, in was für ſchweren und verwirrten Zeiten leben wir doch! Müſſen ſich da Bruder gegen Bruder feindlich in tödtlichem Kampfe gegenüber ſtehen, und weiß Keiner, ob nicht die eben abgefeuerte Kugel grade dem Bruder das Herz durchbohrt! Es iſt ſchrecklich, ſo etwas denken zu müſſen!“
„Warum iſt aber der Franz auch grade zu den Oeſtreichern in Dienſt gegangen!“ ſagte die Mutter.
„Er hat recht gethan, Frau,“ verſetzte Vater Erd⸗ mann mit Entſchiedenheit,—„ganz recht, daß er nicht mit den Franzoſen gegen ſeine deutſchen Lands⸗ leute fechten wollte. Ich ſelbſt habe ihm vor vier Jahren allen Vorſchub geleiſtet, um ihn heimlich über die Gränze nach Böhmen zu bringen. Damals konn⸗ ten wir ja nicht wiſſen, daß ſein Bruder Wilhelm ſpäter ebenfalls Soldat, und zwar franzöſiſcher, wer⸗ den mußte, noch dazu in der Sächſiſchen Armee. Aber was nicht zu ändern war, iſt eben geſchehen, und nun muß es das Schickſal fügen, daß meiner Schweſter Söhne ſich gegenſeitig als Feinde bekäm⸗ pfen, gerade dieſe Beiden, die ſich von Jugend auf ſo herzlich lieb gehabt haben!“
„Gott wird ſchon ſorgen, daß ſie nicht Mann ge⸗ gen Mann fechten müſſen,“ erwiederte die Mutter tröſtend.„Aber freilich, ſchrecklich bleibt's immer, daß dergleichen auf deutſchem Grund und Boden vor⸗ kommen kann. Wären wir doch nur erſt endlich ein⸗ mal von dieſen Franzoſen und ihrem blutdürſtenden Kaiſer befreit!“


