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Bange Tage : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Frühjahre noch, und trotzdem iſt uns, wenn's freilich auch manch' liebes Mal knapp zuging in Küche und Keller, doch eigentlich kein beſonderes Unglück paſſirt. Darum nur Muth und Zuverſicht!

Aber eine Belagerung, Mutter! ſprach Vater Erdmann.Das iſt ein anderes Ding, als das bloße Durchmarſchiren, wo man nur dafür zu ſorgen hat, daß es nicht am nöthigen Proviant für etwaige Ein⸗ quartierung mangelt. Eine Belagerung und Beſchie⸗ ßung aber! Mein ſeliger Vater hat mir manchmal davon erzählt, wie Dresden anno 60 im ſiebenjähri⸗ gen Kriege vom alten Fritz und ſeinen Preußen be⸗ ſchoſſen wurde. Da iſt's erſchrecklich zugegangen! Die halbe Stadt wurde in Schutt und Aſche gelegt, Hun⸗ derte von friedlichen Bürgern wurden auf den Straßen und in ihren Häuſern von den einfallenden Bomben erſchlagen, ganze Familien kamen vor Elend und Hun⸗ ger in Verzweiflung um. Gott ſchütze uns vor ſolchen Gräueln in Gnaden!

Wer weiß, Vater, ob es überhaupt heutzutage ſo weit kommen wird, verſetzte die Mutter, welche ſich jetzt vom erſten Schrecken erholt hatte, und ſchnell ihre gewöhnliche Ruhe und Beſonnenheit wiederge⸗ wonnen. Bis jetzt handelt es ſich doch eigentlich nur um unbeſtimmte und unverbürgte Gerüchte. Wenn die Verbündeten ſchon ſo nahe bei Dresden wären, hätte uns Vetter Franz, der bei den Oeſtreichern ſteht, doch wohl eine Nachricht zukommen laſſen!

Vetter Franz, ein ſimpler Unter⸗Officier! er⸗ wiederte der Vater achſelzuckend.Den werden die Herren Generale wohl ſchwerlich in den Kriegsrath eingeladen haben. Eher könnten wir noch etwas