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Bange Tage : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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naten! Dresden wird jedenfalls heftig beſchoſſen werden! Wenn eine Feuersbrunſt entſteht, wenn die Flammen an zehn, an hundert Orten vielleicht zugleich auflodern, was dann?

Dann, erwiederte meine Gnädige ganz abſolut, dann wird es immer beſſer ſein, wenn ich ſelber da bin, um nach meinem Eigenthum zu ſehen, als wenn ich dies fremden Leuten überlaſſen ſollte. Nichts mehr davon, lieber Oberſt! Ich bin entſchloſſen, zu bleiben! Wo iſt denn in jetzigen ſchwer bewegten Zeiten ein Plätzchen in Deutſchland, von dem man ſagen könnte, daß es ein ganz ſicherer Zufluchtsort wäre? Iſt Berlin etwa weniger bedroht, als Dres⸗ den? Nein, nein! Gott iſt überall, und wenn Er eine ſchwache Frau ſchützen will, ſo kann Er es hier eben ſo gut, wie anderswo. Ich bleibe!

Der Herr Oberſt mochte wohl einſehen, daß der Entſchluß der gnädigen Frau nicht zu erſchüttern ſei. Er zuckte die Achſeln, und brach das Geſpräch ab. Bald nachher empfahl er ſich, und die gnädige Frau wandte ſich jetzt zu mir, die ich ſchüchtern bei Seite ſtand, und nicht mehr daran dachte, hierher zu gehen, obgleich ich ſchon die Erlaubniß dazu bekommen hatte,

Nun, Malchen, du biſt noch nicht fort? fragte ſte mich ganz ſanft und freundlich.

Ach, gnädige Frau, antwortete ich,ich war ja hier und habe Alles gehört, was der Herr Oberſt geſagt hat. Wie kann ich Sie da verlaſſen? Soll ich denn nicht gleich anfangen, alle Ihre werthvollen Sachen in den Keller zu räumen?

Nein, liebes Kind, das hat keine ſo große Eile,