Druckschrift 
Bange Tage : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſen iſt der Verbündete Napoleon's, und die alliirten Mächte werden es deshalb natürlich als Feindes⸗Land betrachten, und im äußerſten Falle weder Leben noch Eigenthum ſchonen. Das iſt einmal Kriegsbrauch, und wir haben kein Recht, uns darüber zu beklagen, ſondern müſſen dulden, ausharren, und uns ſel⸗ ber zu ſichern und zu ſchützen verſuchen, ſo gut es ge⸗ hen will.

Aber das Sächſiſche Volk iſt doch nicht franzöſiſch geünnt, wenn auch die Regierung, durch dringende Umſtände gezwungen, Hand in Hand mit Napoleon gehen muß, wendete die Frau Kriegsräthin ein. Man muß das bei den Alliirten ſo gut wiſſen, wie bei uns, und darum kann ich nicht glauben, daß man eine gut deutſch geſinnte Stadt von Seiten der Alliir⸗ ten beſchießen oder gar plündern werde!

Geben Sie ſich nicht dergleichen Hoffnungen hin, gnädige Tante, verſetzte der Herr Oberſt darauf. Der Krieg erhält nicht und ſchont nicht, er zerſtört nur. Am allerbeſten wäre es, wenn Sie ſich ent⸗ ſchließen könnten, Dresden für einige Zeit ganz und gar zu verlaſſen, und eine Zuflucht, vielleicht in Ber⸗ lin, zu ſuchen.

Nimmermehr, erwiederte meine gnädige Frau, die, ſo gut und ſanft, wie ſie ſonſt iſt, doch Herz und Muth hat, wie ein Mann.Ich bleibe, und will doch ſehen, ob deutſche Landsleute, deutſche Brüder, gegen eine ſchutzloſe deutſche Frau Gewalt gebrauchen werden. Nie kann ich ſo etwas glauben oder fürchten!

Aber bedenken Sie, gnädige Tante, ſagte der

Herr Oberſt dringender,die Bomben, die Gra⸗ 1