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Bange Tage : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Aber wegen was eigentlich ſorgſt du denn und kümmerſt dich? fragte Frau Martha, von Neuem er⸗ ſchreckt und beſtürzt.

Soll ich etwa ruhig ſein, wenn ich weiß, daß ſich in nächſter Zeit, übermorgen, morgen vielleicht ſchon, ein furchtbares Gewitter über unſer ſchönes, unglückliches Dresden entladen wird? entgegnete der Vater.Ja, ja, ſteh' mich nur verwundert und ver⸗ ſtört an, ich ſpreche leider die Wahrheit. Ruſſen, Preußen und Oeſtreicher, an die zweimalhunderttau⸗ ſend Mann ſtark, ſind von Böhmen her gegen Dres⸗ den im Anmarſch, um die arme Stadt entweder dem Franzoſen zu entreißen, oder ſie in Grund und Bo⸗ den hinein zu ſchießen, und ſie in einen Trümmer⸗ haufen zu verwandeln. Und wir hier außen vor den Thoren, wir werden die Erſten ſein, die alle Schrecken des Kriegs zu koſten bekommen. Frage nur unſeren Wilhelm, er weiß vielleicht noch mehr zu berichten, als was ich nur ſo im Vorbeigehen erfahren habe. Da kommt er ſchon, und Malchen mit ihm. Nun, Wilhelm? Was für Neuigkeiten?

Schlimme, Vater, verſetzte Wilhelm, ein kräfti⸗ ger hübſcher Burſche in ſeinem ſechszehnten Lebens⸗ jahre.Ich habe für ganz gewiß gehört, daß die Verbündeten ſchon über die Sächſiſche Gränze vorge⸗ rückt ſind, und morgen, ſpäteſtens übermorgen vor Dresden erſcheinen werden. Die Stadt ähnelt einem

großen Bienenkorbe, ſo ſchwärmen die Fran oſen auf Franz

den Straßen und Plätzen umher. Ich war vor dem Quartiere des Marſchalls St. Cyr, der die Truppen in der Stadt befehligt, und da habe ich mit meinen

eigenen Augen geſehen, wie die Franzoſen die Köpfe