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Ein armer Sünder : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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doch ſich getäuſcht zu haben, und legte ſich wieder in die Kiſſen zurück.

Vielleicht ein ungewöhnlich heftiger Windſtoß, oder wohl gar ein Donnerſchlag, dachte er, und ſchloß ſeine Augen wieder.

Da abermals ein ungewöhnliches Geräuſch, ein Klirren, wie von zerbrochenen Fenſterſcheiben.

Dieſes Mal war eine Täuſchung nicht möglich. Das Geräuſch kam aus unmittelbarer Nachbarſchaft, entweder aus dem Comptoir oder vom Kaſſenzimmer her. Blitzſchnell ſprang Hans aus dem Bette, warf ſchnell ſeine Kleider über und legte ſein Ohr an die Thür, welche ſein Schlafgemach von dem Geſchäftslo⸗ kale trennte.

Sein Herz pochte; in ſeinem Gehirne wirbelte es. Kein Zweifel, es mußte Jemand den Verſuch gemacht haben, von außen in das Comptoir einzubrechen. Hans vernahm leiſe, verſtohlene Schritte und das Knarren der Thür, welche aus dem Comptoir zu dem Kaſſen⸗ zimmer führte.

Diebe! murmelte er.

Was ſollte er beginnen?

Hans überlegte nur wenige Minuten und gelangte zu dem feſten Entſchluſſe, daß der verſuchte Diebſtahl um jeden Preis verhindert werden müſſe. Es ſtand ihm keine andere Waffe zu Gebot, als ein dicker Kno⸗ tenſtock, mit welchem er nicht viel ausrichten konnte, wenn zwei oder noch mehr Diebe eingedrungen waren. Aber die Gefahr ſchreckte ihn nicht. Er wollte ſich lieber ermorden, als ſeinen Herrn berauben laſſen.

Ohne Zögern öffnete er die Thür ſo geräuſchlos wie möglich und warf einen Blick in das Comptoir.

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