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Ein armer Sünder : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Wenn die Thüren nicht verſchloſſen waren, konnte man aus einem Raume in den andern gehen, ohne ein Hin⸗ derniß zu finden.

Sämmtliche Lokalitäten befanden ſich auf gleichem Boden im Erdgeſchoß des großen und geräumigen Hauſes. Die nach der Straße gehenden Fenſter waren ohne Ausnahme mit ſtarken Eiſenſtäben verſehen, zum Schutze gegen Diebe, welche etwa Luſt verſpüren moch⸗ ten, in das mit Gelde reich verſehene Kaſſenzimmer des Herrn Fernbach einzudringen.

Bis jetzt war übrigens ein ſolcher Einbruch noch nie verſucht worden, und Niemand dachte auch nur entfernt daran, daß er bei einer ſo wohl verwahrten Lokalität je verſucht werden könne und würde, als Hans in einer ſehr dunklen, ſtürmiſchen und regneri⸗ ſchen Herbſtnacht durch ein ungewöhnliches Geräuſch aus tiefem und geſundem Schlafe geweckt wurde. Er richtete ſich in ſeinem Bette in die Höhe und lauſchte. Aber er vernahm nichts, als das Heulen und Brauſen des Sturmes, das Schrillen und Kreiſchen einiger alten Wetterfahnen von benachbarten Dächern her, und das Klatſchen und Raſcheln dicht fallender, großer Regen⸗ tropfen, welche der heftige Wind gegen die Fenſter⸗ ſcheiben ſchleuderte. Zu ſehen vermochte er nichts, denn innen wie außen herrſchte undurchdringliche Fin⸗ ſterniß.

»Was war das? fragte ſich Hans.Irgend et⸗ was Ungewöhnliches muß mich aufgeſchreckt haben.

Mehrere Minuten verharrte er in ſeiner lauſchen⸗ den Stellung; da aber, den Sturm der Elemente

draußen ausgenommen, Alles ruhig blieb, meinte er