Herr Fernbach, ſo feſt er auch von der Treue ſei⸗ nes neuen Dieners überzeugt ſein mochte, unterwarf ſie dennoch verſchiedenen harten Proben, welche aber Hans ohne Ausnahme auf das Glänzendſte beſtand. Jede Verſuchung glitt machtlos und wirkungslos an ihm ab, denn die Erfahrungen des Lebens hatten ihn weiſe gemacht, und klarer als jemals verſtand er jetzt den tiefen Sinn des Gleichniſſes, welches der würdige Pfarrer in ſeiner Heimath ihm erzählt hatte, das Gleich⸗ niß vom guten und ſchlechten Saamen.
Im Sinne dieſes Gleichniſſes handelte er, nach die⸗ ſem Sinne richtete er ſein ganzes Leben ein.
Die guten Folgen konnten nicht ausbleiben. Nach Verlauf von einigen Jahren war Hans, ſo zu ſagen, die rechte Hand ſeines Herrn, und geachtet, geſchätzt und geliebt von allen Leuten, mit denen er in Berüh⸗ rung kam. Herr Fernbach bezahlte ihm einen ſehr guten Gehalt, und daß Hans dieſen mit ſeiner alten Mutter theilte, brauchte wohl eigentlich kaum erwähnt zu werden. Den reichſten Lohn für ſein braves Thun fand er aber in ſeinem Innern.
Hans hatte ſich nachgerade bis zu der Stellung eines erſten Buchhalters bei Herrn Fernbach aufge⸗ ſchwungen.
Als ihm ſein Principal dieſe Stelle übertrug, räumte er ihm zugleich in ſeinem Hauſe eine ſehr hübſche und geſchmackvolle Wohnung ein, welche unmittelbar neben dem Geſchäftslokale lag. An ſein Schlafzimmer ſtieß das Comptoir, nur durch eine Thüre von demſelben getrennt; an das Comptoir ſchloß ſich das Kaſſenzim⸗ mer an, und an dieſes die Gemächer, welche Herr
Fernbach zu ſeiner Privatwohnung ſich reſervirt hatte.


