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Ein armer Sünder : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Hans ſchon früher einmal gehört zu haben glaubte, gich vermuthe, Ihr wollt hier unausgekleidet ein nächt⸗ liches Bad nehmen? Das kommt mir verdächtig vor.

Laſſen Sie mich, Herr, laſſen Sie mich, verſetzte Hans mit halberſtickter Stimme.Ich bin der un⸗ glücklichſte Menſch von der Welt.

Ein junger, kräftiger Menſch, wie Ihr ſeid, kann ſich wohl einmal unglücklich fühlen, erwiederte der Fremde;aber das gibt ihm noch lange nicht das Recht, ſich das Leben zu nehmen, was unter allen Umſtänden eine Sünde gegen Gott ſein würde. Geht einmal ein Stückchen Wegs mit mir und erzählt mir von Eurem Unglücke. Vielleicht bin ich im Stande, Euch wenigſtens über das Schlimmſte hinauszuhelfen. Vor aller Dingen von der Brücke fort, es iſt ein ungeſunder Aufenthalt hier. Da hinaus, mein Junge.

Hans wollte der Aufforderung Folge leiſten, aber eine plötzliche Schwäche überwältigte ihn dermaßen, daß ihm ſeine Füße den Gehorſam verſagten.

»He, was fehlt Euch, Menſch? fragte der fremde Herr.

Ich bin dem Verhungern nahe, ſtammelte Hans mit leiſer Stimme, und taumelte, wie ein Betrunkener.

»Das iſt freilich ſchlimm, ſagte der Fremde. Setzt Euch für den Augenblick auf dieſe Steinbank. Ich will nur ſchnell ein wenig Eſſen für Euch holen und komme in kürzeſter Friſt wieder zurück. Nur ein paar Minuten Geduld!

Mit raſchen Schritten entfernte ſich der Fremde, und eilte zu einem nahe gelegenen Hauſe, über deſſen Thüre der rothe Schein einer Laterne flimmerte. Das Haus war glücklicherweiſe noch nicht geſchloſſen. Im