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Die Nacht war finſter. Die Verſuchung durchzuckte ihn, zu dem erſten beſten Bäckerladen zu gehen, ein Brod zu nehmen und damit den ihn unausſprechlich peinigenden Hunger zu ſtillen..
Aber nein! Das wäre ja Diebſtahl geweſen, und Hans hatte ſich ſelbſt feierlich geſchworen, nie wieder der Verſuchung zum Sündigen nachzugeben.
„Lieber doch ſterben!“ murmelte er, und beugte ſich tiefer über das Geländer.
Die Straßen wurden immer ſtiller und menſchen⸗ leerer. Nur aus der Ferne klang zuweilen der eilige Schritt eines verſpäteten Nachtwanderers herüber. Bald war das Hornblaſen der Wächter noch das ein⸗ zige Zeichen, daß noch nicht Alles in feſtem Schlafe lag. Das Rauſchen des Fluſſes tönte lockend und immer verlockender zu Hans herauf.
„Sei es denn!“ flüſterte er vor ſich hin.„Gott ſei meiner armen Seele gnädig, und verzeihe mir, wenn ich ein Unrecht begehe, indem ich den Tod in den Wellen ſuche. Meine arme, gute, liebe Mutter! Oh, ſie wenigſtens wird mir eine Thräne nachwei⸗ nen, wenn ſie hört, was für ein trauriges Ende ich gefunden habe. Der Himmel ſei mit ihr, und tröſte ſie.“
Tiefer und tiefer neigte ſich Hans zu dem Strome hinunter, ſchon ließen ſeine Hände das Geländer fah⸗ ren,— noch ein Moment, und der Sturz in den Strom hinein müßte erfolgen,— da fühlte ſich Hans von einer kräftigen Hand ergriffen und wurde mit Gewalt vom Geländer auf die Mitte der Brücke zu⸗ rückgeriffen
„Oho, junger Burſch,“ ſagte eine Stimme, welche


