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Ein armer Sünder : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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in die Reſidenz ihn ſo eindringlich vor der Sünde gewarnt hatte. Warum, oh warum hatte er dieſen Ermahnungen nicht Folge geleiſtet! Deutlicher als je erkannte er, daß auch der geringſte Fehltritt ſchlimme Folgen nach ſich zieht, daß aus der Saat der Sünde nd des Verbrechens nimmermehr Segen ſprießen ann.

Ich bin verworfen, ſprach er gänzlich entmuthigt zu ſich ſelbſt.Die Schande haftet unvertilgbar auf meinem Namen, und nie, niemals werde ich ſie von ihm abwaſchen können.

Er trieb ſich willenlos in den Straßen umher. Als es Nacht wurde, ſtand er an dem Steingeländer einer Brücke und ſchaute auf das leiſe rieſelnde und murmelnde Waſſer des Stromes hinab, in welchem die Sterne des Himmels ſich ſpiegelten. Schwere Seufzer entrangen ſich ſeinem gepreßten Herzen, und er zitterte am ganzen Körper vor Hunger und Er⸗ ſchöpfung.

Wer da unten tief auf dem Grunde läge! flü⸗ ſterte er vor ſich hin.Dort iſt's kühl und ſtill, und ein gequältes, gefoltertes Gemüth würde da ewige Ruhe und ſüßen Frieden finden! Warum zandere ich, hinunter zu ſpringen? In der Welt bin ich ja doch zu nichts mehr nütze, denn jede Hand ſtößt mich kalt zurück, ohne einen Funken Mitleiden für mich zu em⸗ pfinden. Ein kurzer ſchneller Tod im Waſſer iſt ja wohl der langſamen Marter des Hungertodes vorzu⸗ ziehen?

Dennoch ſträubte ſich ſeine Seele gegen die frei⸗ willige Vernichtung, und er ſchauderte vor dem Sprunge in das Waſſer zurück.

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