lichen Anzeiger geben und ſah ihn durch, um vielleicht eine offene Stelle zu finden. Zu ſeiner Freude fand er nicht eine, ſondern zehn, zu denen er ſich melden konnte. Sorgfältig ſchrieb er ſich die betreffenden Namen und Adreſſen auf, und manderte durch die Stadt aus einer Straße in die andere, um ſeine Dienſte anzubieten. Kaum aber nannte er ſeinen Na⸗ men und zeigte ſeinen Entlaſſungsſchein aus dem Ar⸗ beitshauſe vor, ſo wurde ihm überall, trotz des ganz zu ſeinen Gunſten lautenden Zeugniſſes des Inſpek⸗ tors, die Thüre vor der Naſe zugemacht. Niemand wollte von einem entlaſſenen Sträflinge etwas wiſſen.
Drei Tage ſetzte Hans ſeine Bemühungen, ein Unterkommen zu finden, beharrlich fort. Welche be⸗ ſcheidene Anſprüche aber er auch machte, Niemand mochte ihn in ſein Haus aufnehmen, Niemand theilte ihm Arbeit zu, ſondern Jedermann wies ihn voll Mißtrauen kurz und barſch ab.
Die wenigen Groſchen, welche Hans aus dem Ar⸗ beitshauſe mitgenommen hatte, waren nun verzehrt, und in den letzten vierundzwanzig Stunden hatte der arme Burſche nicht einmal einen Biſſen Brod über ſeine Lippen gebracht. Hunger und Elend führten ihn an den Rand der Verzweiflung. Die bitterſte Reue über den begangenen Fehltritt folterte noch dazu ſein Herz. Wenn er die Einflüſterungen Wolfs zu⸗ rückgewieſen hätte, wie viel beſſer würde es mit ihm geſtanden haben! Mancherlei Gedanken ſchwirrten durch ſein aufgeregtes Hirn, mancherlei Erinnerungen ſtürmten auf ihn ein. Er gedachte der frohen Tage ſeiner Kindheit, ſeiner Eltern und Geſchwiſter, des würdigen Pfarrherrn, der kurz vor ſeinem Abgange
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