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Ein armer Sünder : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Darüber denke nach, mein Sohn, das merke, und ich hege das Vertrauen auf dein gutes Herz und deine Einſicht, daß du zu der Ausſaat deines Lebens nie den giftigen, ſondern immer nur den guten Samen erwählen werdeſt. Sprich, mein Sohn, ſollte ich über dieſen Punkt in Täuſchung befangen ſein?

Nein, Herr Pfarrer, wahrhaftig nein, Sie haben mir die Augen geöffnet, und mir gezeigt, was die Sünde iſt. Von jetzt an will ich ſie meiden nnd flie⸗ hen, das verſpreche ich Ihnen aus Grund der Seele.

Wenn du ſo thuſt, ſprach der würdige Herr, indem er freundlich die Wange des weinenden Kna⸗ ben ſtreichelte,dann wirſt du die Liebe Gottes und aller guten Menſchen gewinnen, und es wird dir wohl ergehen, ſo lange du lebeſt auf Erden. Laß' mich hoffen, daß du nie dieſe Stunde, und unſer Zuſam⸗ mentreffen vergeſſen wirſt.

»Gewiß nicht, niemals, Herr Pfarrer, ſagte Hans, und ſchlug in die dargebotene Hand des Geiſtlichen ein.Jetzt ſehe ich ein, daß die Wege, die ich wan⸗ delte, nicht die richtigen waren, und in Zukunft werde ich mich vor ihnen hüten. Ich glaubte aber wirklich nichts Böſes zu thun, wenn ich mir einige Früchte an⸗ eignete.

Gut, Hans, darum ſoll dir auch verziehen ſein, ſprach der Herr Pfarrer.Aber beantworte mir noch eine Frage recht aufrichtig, mein Sohn: empfandeſt du nie, wenn deine Hand nach fremdem Gute griff, eine ſeltſame Angſt und ein banges Herzklopfen in deiner Bruſt?

Oh ja, Herr, immer empfand ich dies!

»Nun denn, das war die Stimme deines Gewiſ⸗

Ein armer Sünder. 2