Knotenſtock des Vogtes ſchwerlich umſonſt in der Nähe geweſen ſein.— Du ſchauderſt? Ei nun, wer ſollte da nicht ſchaudern? Aber gedenke jener Unglücklichen, jenes Vaters und Sohnes, die ſich noch im Tode um⸗ ſchlungen hielten, die du mit blutig zerſchmettertem Schädel fandeſt, was angeblich die Felſenriffe und der Wogenſturz verſchulden ſollten. Der Knotenſtock des Vogtes hatte den Armen den Schädel zerſchmettert. Dir würde es nicht beſſer, als die⸗ ſen Unglücklichen ergangen ſein, wenn nicht Wildenrad über dich gewacht haͤtte. Du warſt gerettet, ſobald du dich in der Fiſcherhütte befandeſt, wo dich und den ehrlichen Schiffer Menſchen geſehen haben konnten, de⸗ ren Mund nicht unbedingt zu verſiegeln war. Unter ſolchen Umſtänden blieb dann freilich dem Baron nichts übrig, als den Menſchenfreund und den großmüthigen, gaſtlichen Mann gegen Euch zu ſpielen.“
„Aber wenn er fürchten mußte, Zeugen ſeiner Tha⸗ ten in der Nähe zu haben, warum entließ er mich denn nicht eben ſo willig, als meinen Freund Wildenrad? Da er mir nur Gutes erzeigt hatte, würde ich überall auch nur Gutes von ihm geſagt haben und ein feuri⸗ ger Lobredner ſeines Edelmuthes geweſen ſein.“
„Das glaub' ich wohl, ich, Werner! Doch er, der Schuldbewußte, der dich nicht kannte, durfte, mußte er nicht Mißtrauen gegen dich hegen? Wie nun, wenn du dich nur verſtellt hätteſt, wenn du, blind ſcheinend, gleichwohl irgend eine Spitze ſeiner eingezogenen Tiger⸗ krallen wahrgenommen und ſpäter davon geplaudert hätteſt? Und wo geplaudert, zu wem geplaudert haͤtteſt? Das war erſt noch die Hauptſache! Er wußte, daß du nach Petersburg, in's Haus des Grafen


