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Der Strandfischer : nach einer wahren Begebenheit seinen jungen Freunden erzählt / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Werner ließ anfragen, und empfing zur Antwort die freundliche Einladung, ohne Umſtände einzutreten.

Er benutzte die gegebene Erlaubniß und trat in das Zimmer. Es herrſchte nur noch ein trübes Dämmer⸗ licht darin, aber trotzdem erkannte er zu ſeiner froheſten Ueberraſchung auf den erſten Blick in dem Fremden, gegen welchen er ſeinen Dank für die erwieſene Ge⸗ fälligkeit ausſprechen wollte, keinen Andern, als ſeinen alten Freund Hollmark. Im nächſten Augenblicke lagen ſte einander in den Armen.

Du überraſcht mich, während ich dich zu über⸗ raſchen gedachte, ſagte Hollmark,denn morgen hoffte ich dich im Hohenholmer Paſtorat zu ſprechen. Ein Sünder iſt zur Strafe reif geworden, Werner. Der Baron ſteht am Ziele ſeiner Unthaten. Aber ſage, wie biſt du ihm entronnen? Wie kommt es, daß ich dich hier, an dieſem Orte wiederſehe?«

Ich komme als Flüchtling und zugleich als Ankläger

und Zerſtörer der Höhle voll Mordes, voll Raubes und

Greuels; als Rächer tauſendfacher Schändlichkeit; als Zeuge, und ſelbſt als ſchwer betroffenes Opfer, könnt, ich hinzuſetzen, wenn es ſich hier nicht um mehr, als um mich handelte. Welch' ein Scheuſal iſt dieſer Ba⸗ ron Unken, Woldemar! Jetzt bin ich auf dem Wege nach Reval, ihn zu entlarven, und ich hoffe, er wird der vergeltenden Gerechtigkeit nicht entrinnen!«

Sind dir endlich die Augen geöffnet? entgegnete Hollmark.Ja, ich warnte dich nicht ohne Grund!

Aber ſage, willſt du wirklich deine Anklage vor die

rechte Behörde bringen? »Gewiß!« antwortete Werner.Mein Gewiſſen treibt mich! Kannſt du mich deßhalb tadeln?